3D Fernsehen und die Veränderungen in der Filmwirtschaft

3D-Kino gibt es schon seit den frühen 1950er Jahren, das 3D-Fernsehen erlebt seit den 2000er Jahren aufgrund der HD-Technologien eine rasante Entwicklung. Im Gegensatz zu den frühen, inzwischen über ein halbes Jahrhundert alten Filmtechniken werden moderne 3D-Filme, auch für das Kino, digital produziert. Das eröffnete neue Möglichkeiten für die Übertragung auf das HD-Fernsehen.

Junge Technologie und verschiedene Verfahren

Die Technik ist für das Fernsehen noch sehr jung, erst seit 2010 gibt es brauchbare 3D-Fernseher für den heimischen Bedarf. Dementsprechend konkurrieren noch verschiedene Technologien um die Gunst des Publikums, die sich vor allem in den verwendeten 3D-Brillen (Shutter- oder Polarisationsbrillen) niederschlagen. Hierbei sei angemerkt, dass 3D längst ohne Brille auch auf großen Bildschirmen möglich ist, auf Smartphones und Laptops mit Bildschirmen bis etwa 17 Zoll gibt es das seit 2011 auch für private Endverbraucher. Nur sind die Techniken bei Großbildschirmen ab etwa 42 Zoll noch so teuer, dass eine Massenproduktion wahrscheinlich erst ab 2015 erwartet werden kann. Hier entsteht bei der Verbreitung von 3D-Fernsehgeräten ein marktspezifisches Paradoxon: Der Anteil von 3D-Fernsehern liegt weltweit im einstelligen Prozentbereich, und das nicht aus Kostengründen. Natürlich ist das Tragen einer Brille nicht komfortabel, und das Publikum weiß allein aufgrund der 3D-Verfügbarkeit bei Laptops, dass es bald auch Fernseher ohne Brille geben wird. Also warten die meisten Käufer mit der Neuanschaffung eines 3D-Fernsehers. Die Branche schätzt zwar einen Anteil von rund 8 Millionen Geräten der momentanen 3D-Fernsehergeneration (mit Brille) allein in Deutschland bis 2015, aber es könnte auch ganz anders kommen. Denn in den Jahren zwischen 2012 bis 2015 wird die Technik mit autostereoskopischen Displays, die 3D ohne Brille ermöglichen, Marktreife erlangen, sprich so preiswert werden, dass eine Massenproduktion von Fernsehgeräten beginnt. Und dann ist ein wahrer Ansturm der Käufer zu erwarten.

Bedeutung von 3D-Fernsehern für die Filmwirtschaft

Das Kino war die erste Revolution für die Kulturrezeption und das Freizeitverhalten von Menschen, die zweite Revolution war der Fernsehapparat. Die dritte Revolution dürfte das Fernsehen in 3D ohne Brille sein. Es ist leicht vorstellbar, dass Menschen vom Fernsehapparat kaum noch wegzukriegen sind. Denn nicht nur die atemberaubende Bildqualität, auch entsprechende Soundsysteme werden angeboten werden, es gibt sie schließlich schon. Und dann bietet Heimkino ein Erlebnis, das man als schier unvorstellbar bezeichnen kann. Der Zuschauer sitzt wirklich mitten drin. Was sollte da außerhalb der heimischen vier Wände noch interessant sein?

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