Interview mit Robert Basic
Das Meinungsplanet-Team durfte ein ausführliches Interview mit Robert Basic führen. Dafür wollen wir uns noch einmal bedanken. Und los gehts:
Ich glaube vorzustellen brauchen Sie sich kaum. Sie gelten als der bekannteste Blogger in Deutschland! Unterstützen sie diese Aussage? Wenn ja, wie kommen Sie damit klar?
Ob ich die Aussage unterstütze, der beste und schnellste Rennfahrer zu sein? Oder der beste Kanzler, den jemals Deutschland gesehen hat? Oder der beste Manager, den die Firma jemals hatte? Na klar werde ich diese Frage mit einem klaren … hmhmhm… beantworten:)) Sicher gehöre ich in der Blogszene zu einem der bekannteren Blogger. Darauf backen tue ich mir jedoch keinen. Denn es ändert mich ja als Person nicht, wer ich bin und wer ich nicht bin:) Wie ich damit klar komme, dass ich mit meinem Blog bekannter bin? Auch da sollte man die Kirche im Dorf lassen. Es laufen mir keine Scharen von Paparazzis hinterher, ich bin nicht jeden Tag in der BILD und Coca Cola hat noch nicht mit einem millionenschweren Werbevertrag gewunken. Hey, es ist ein Blog und gut ist;)
Wie gehen Bekannte und Freunde mit Ihrem Ruhm um?
Das juckt die Null, was ich mit meinem Blog darstelle, da sich mich als Robert Basic kennen. Zumal ich wie oben geschildert weder ruhmreich noch im klassischen Sinne bekannt bin, damit in einem Problem ausarten könnte. Die Frage ist falsch gestellt;)
Wie sieht ihre Arbeit als Blogger aus? Können Sie uns da einige Einblicke verschaffen?
Bloggen sehe ich nicht als Arbeit an, denn bloggen gehört bei mir genauso dazu wie bei anderen Menschen das Arbeiten, das Essen und das Schlafen. Es passiert einfach. Der Prozess selbst ist ziemlich banal: Man checkt seinen Kommentare, den RSS-Reader, weitere Newsquellen, bekommt Mails mit Hinweisen, Telefonate gehen ein, man checkt Technorati und das war es an sich schon. Wie in einem Trichtermodell kommen dann unten einige Blog-Artikel heraus. An manchen Tagen bis zu 20, am Wochenende kann es auch mal nur 1 sein.
Bleibt bei der vielen Bloggerei eigentlich noch Zeit für private Dinge?
Als Vater von zwei Kindern genießt das Blog eine Prio, die man sich denken kann. Ebenso genieße ich meine Freizeit, mich mit anderen Menschen zu treffen und zu sprechen. Hin und wieder esse ich etwas und trinke öfters. Schlafen tue ich auch. Hey, natürlich lebe ich nicht anders als andere Menschen. Wie stellt Ihr Euch das vor?
Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Oder ist bloggen Ihre Freizeit?
Ich denke, Ihr denkt bei Freizeit an Abgrenzung zum Beruflichen. Insofern ist das Blog manchmal Freizeit, manchmal Beruf, wie ich es oben bereits beschrieben habe. Außerhalb des Blogs gibt es genauso Freizeit, wie in Frage vier dargestellt.
Was fasziniert Sie eigentlich am Internet und am Bloggen?
Primär der Kontakt zu Dritten, der Wissensaustausch, der Spaß, das Miterbeleben und Teilhaben am Leben Dritter, quasi alles Dinge, die mit dem Menschsein als soziales Wesen zu tun haben. Natürlich auch zu einem guten Teil die Technik per se, die das ermöglicht und unsere Fähigkeiten erheblich erweitert.
Ab wann bzw. wie haben Sie gemerkt, dass Sie mit dem Bloggen Geld verdienen können?
Seitdem es Blogs gibt und das Thema behandelt wurde, dass Bloggen wie jede andere Tätigkeit auch mit monetären Aspekten verbunden sein kann. Also von Beginn an. Dabei geht es primär weniger um Werbung, sondern um das Bereichern der eigenen Fähigkeitenund Kontakte rund um den Job.
Hat Ihnen das manchmal auch als Motivation gedient? Man sagt ja: Geld ist nur eine kurze Art der Motivation!
Wenn man sich manch einen Krieg anschaut, könnte man denken, es ginge rein um die Vermehrung des persönlichen Wohlstands. Ja, sicher. Insofern ist Geld wohl weniger als eine kurze Motivation zu betrachten. Zumal in zahlreichen Gesellschaften derjenige sozial besonders anerkannt ist, der wohlhabend über alle Maßen ist. Nun könnte man es weiter herunterbrechen und fragen, was denn hinter dem Streben nach Wohlstand steht? Abgesehen von reiner Existensicherung (was ein immens starker Antrieb ist, wenn man die Existenzugrundlage nicht erreichen kann), geht es in vielen Fällen um die Verankerung der eigenen Stellung in einem sozialen System. Betrachtet man diese beiden Aspekte, wäre man ein Lügner, würde man das von sich weisen. Niemand ist vor der sozialen Antriebssystematik gefeit. Auch ich nicht. Man kann lediglich relativieren. Woher kommt der Antrieb zum Bloggen? Bei mir ist es rein “historisch” zu sehen, dass mich Bloggen ungemein reizt. Dass im Zuge dessen das Blog alleine mich bereits ernähren kann, ist eine prima Geschichte. Würde mich aber nicht davon abhalten, weiter zu bloggen, wenn dem nicht so wäre. Was die ersten vier von insgesamt fünf Jahren Bloggerei schließlich so der Fall war. Ich pflege dann immer zu sagen, dass ich wie im Schlaf Geld verdiene:)
Meinen Sie die deutschen Blogs können in den nächsten Jahren das Niveau der US-Blogs erreichen, bzw. neben den “richtigen” Medien ein wichtiges Instrument sein?
Das ist ausgeschlossen. Denn man muss sich das System USA anschauen. Man stelle sich zwei Stadien vor. In dem einen sitzen bis zu 220 Mio heimische Zuschauer und noch bis zu einer halben Milliarde weiterer Zuschauer, die das englische Spiel aufgrund der Sprache verstehen. Auf der anderen Seite -in D- sitzen bis zu rund 50 Mio Menschen in einem Stadion (DACH-Region). 750 Mio gegen 50 Mio Zuschauer ist schon mal ein wesentlicher Faktor. Zweiter Aspekt: Die USA ist in der westlichen Hemisphäre das, was mal das römische Imperium vor 2000 Jahren war. Es ist das Zentrum eines gemeinsamen Kulturkreises. Wo sitzt hierbei das Zentrum des Entertainements? Hollywood/LA. Wo das Finanzzentrum? Wall Street/New York.Wo das IT-Zentrum? Silicon Valley. Wo das politische und militärische Zentrum? White House&Pentagon/Washington. Was oder wer sitzt in D? Mercedes? Bohlen? Gottschalk? SAP? Warum aber dominiert die USA die westliche Hemisphäre? Warum ist ausgerechnet dieses Land so federführend in vielem, was draußen passiert? Meiner Meinung nach ist es nicht nur die Frage der Zeit, dass man ein Land neu aufgebaut hat und zahlreiche Kulturen vermischt wurden. Es ist diese extreme Machermentalität und Bereitschaft, aus Fehler zu lernen, die auf dem Weg zu einem Ziel die Dinge justiert. Im Gegensatz zum deutschen Weg, der typischerweise eine immense Denkleistung im Vorfeld leistet, bevor man auch nur einen Schritt nach vorne tut. Man kann sich nun lange streiten, was besser ist. Aber, in einer sich immer schneller drehenden Welt ist Zeit und Zögern ein strategischer Nachteil. In Asien entstehen zwei neue Einflusszentren mit China und Indien. Ob die im Internet einen ähnlichen Einfluss haben werden wie die USA heute? Ich weiß es nicht. Anzunehmen ist es, denn die Stadien dort werden weitaus voller sein.
Was halten Sie von Joint Ventures in der deutschen Blogosphäre, wie es auf dem Meinungsplaneten geschehen ist?
Bevor ich darauf antworten kann, würde ich gerne von Euch wissen, was man darunter versteht?
(Anmerkung der Redaktion: Damit ist der Zusammenschluss von zwei Bloggern gemeint, wie es hier passiert ist. ;-))
3 Begriffe, die Ihnen zum Thema Web 2.0 einfallen?
New Economy Zeit ist Geschichte, Innovation, neuer Anlauf
Bloggen ist wie…
atmen
Wenn Sie nicht Blogger wären, dann…
wäre ich Forenuser
Welchen Tipp können Sie uns zum Abschluss dieses Interviews mit auf den Weg geben?
Seinen eigenen Weg zu gehen
Robert Basic vielen Dank für ihre Zeit und das Interview!
Danke, gern geschehen:)
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Tags: arbeit, blogger, freizeit, Geld, interview, robert basic, ruhm



9. September 2008 um 08:27 Uhr
Interessant
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Hi,
Allein die Zeit fehlt.
schönes Interview,
auf bis zu 20 Beiträge am Tag möchte ich auch mal kommen
Gruß
Jonas
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Zu geil, was Robert da wieder mal von sich gegeben hat.
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